FIFA WM: Algerien - Österreich, 28.6.2026 (A-Herren)
Am Samstag, dem 27. Juni 2026, um 21:00 Uhr Ortszeit bzw. am Sonntag, dem 28. Juni 2026, um 04:00 Uhr MESZ fand das dritte Gruppenspiel der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 gegen Algerien im Kansas City Stadium in Kansas City statt. Das von Schiedsrichter Ilgiz Tantashev (UZB) geleitete Spiel endete mit einem 3:3-Unentschieden. Die Treffer für Österreich erzielten Marko Arnautović (28.), Marcel Sabitzer (55.) und Saša Kalajdžić (90.+6); für Algerien trafen Rafik Belghali (45.) und Riyad Mahrez (60., 90.+3). Es waren 69.045 Zuschauer im Stadion.
Vor dem abschließenden Gruppenspiel der Gruppe J war die Ausgangslage klar: Ein Unentschieden würde beiden Mannschaften zum Aufstieg reichen. Österreich würde als Gruppenzweiter hinter Argentinien ins Sechzehntelfinale einziehen, Algerien als einer der besten Gruppendritten. Genau deshalb wurde bereits im Vorfeld viel über mögliche taktische Zurückhaltung spekuliert – Erinnerungen an die „Schande von Gijón“ wurden in den Medien immer wieder bemüht.
Rund um das offiziell als Kansas City Stadium bezeichnete Arrowhead Stadium in Kansas City war davon zunächst allerdings nichts zu spüren. Viele Mitglieder der Hurricanes Österreich trafen sich bereits Stunden vor dem Anpfiff im Lokal „Grünauer“, wo bei bester Stimmung das erste gemeinsame Gruppenfoto des Tages entstand. Anschließend machte man sich gemeinsam auf den Weg Richtung Stadion. Auf einem der Parkplätze nahe der Arena wurde der vereinseigene Treffpunkt eingerichtet, wo sich zahlreiche Mitglieder bei einem kühlen Getränk versammelten, Erfahrungen der bisherigen Reise austauschten und sich langsam auf das entscheidende Gruppenspiel einstimmten. Nach einem abschließenden Gruppenfoto ging es schließlich gemeinsam zum Stadion. US-amerikanische Fans zeigten sich dabei einmal mehr als hervorragende Gastgeber, luden österreichische Anhänger auf ein Bier ein und sorgten gemeinsam mit den algerischen Fans für ein friedliches und freundschaftliches Fußballfest.
Auch im Stadion ließen sich die österreichischen Fans trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit nicht unterkriegen. Besonders in der ersten Halbzeit entwickelte sich ein stimmungsvoller Support. Rund um die Vorsänger machten zahlreiche amerikanische Zuschauer begeistert mit, klatschten im Takt und ließen sich von der österreichischen Fankultur anstecken. Die Atmosphäre war für beide Fanlager von gegenseitigem Respekt geprägt und sorgte für einen würdigen Rahmen dieses entscheidenden Gruppenspiels.
Auf dem Platz entwickelte sich zunächst ein völlig anderes Spiel, als viele erwartet hatten. Beide Mannschaften spielten mutig nach vorne und suchten den Weg Richtung gegnerisches Tor. Österreich ging durch Marko Arnautović mit 1:0 in Führung, ehe Algerien kurz vor der Pause ausglich. Nach dem Seitenwechsel brachte Marcel Sabitzer Rot-Weiß-Rot erneut in Front, doch auch diesmal fanden die Nordafrikaner durch Riyad Mahrez die passende Antwort.
Mit dem 2:2 änderte sich das Bild jedoch spürbar. Beide Teams schienen mit dem Ergebnis leben zu können, das Risiko wurde deutlich reduziert. Über weite Strecken der Schlussphase fehlten klare Angriffsbemühungen. Im Stadion machte sich Verwunderung breit – viele Fans konnten kaum glauben, was sie sahen. Zwar hatte man mit einer vorsichtigen Schlussphase gerechnet, doch dass beide Mannschaften das Remis derart deutlich verwalten würden, überraschte selbst viele mitgereiste Österreicher.
Dann begann eine Nachspielzeit, die wohl niemand mehr vergessen wird. In der dritten Minute der Nachspielzeit schlug Algerien plötzlich doch zu. Riyad Mahrez traf zum 3:2 und stellte damit alles auf den Kopf. Mit einem Schlag wäre Österreich nach aktuellem Zwischenstand aus dem Turnier ausgeschieden gewesen. Auf den Rängen herrschte Fassungslosigkeit. Manche hatten bereits Tränen in den Augen, andere starrten ungläubig auf die Anzeigetafel. Nach einer langen Phase, in der beide Mannschaften das Unentschieden scheinbar nur noch verwaltet hatten, fühlte sich das Gegentor wie eine bittere Strafe an. Kaum jemand glaubte noch an eine Wende.
Doch die ÖFB-Auswahl zeigte Moral. Nur wenige Augenblicke später warf Österreich noch einmal alles nach vorne. Der eingewechselte Saša Kalajdžić stand nach einem hohen Ball in den Strafraum goldrichtig und köpfte in der 96. Minute zum vielumjubelten 3:3-Ausgleich ein. Sekunden später ertönte der Schlusspfiff – grenzenloser Jubel auf den österreichischen Rängen. Aus Tränen der Enttäuschung wurden innerhalb weniger Augenblicke Freudentränen. Auch viele amerikanische Zuschauer feierten die dramatische Schlussphase gemeinsam mit den österreichischen Fans und gratulierten zum Aufstieg.
Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Spieler, Betreuer und Fans feierten den dramatischen Einzug ins Sechzehntelfinale ausgelassen. Der Support wurde kurzerhand in den Innenbereich des Stadions verlegt, wo zahlreiche österreichische Fans gemeinsam noch minutenlang feierten und die unglaubliche Wende Revue passieren ließen.
Ob verdient oder glücklich – darüber wird wohl noch lange diskutiert werden. Fest steht jedoch: Österreich hat das große Ziel erreicht. Mit vier Punkten beendet die Mannschaft von Teamchef Ralf Rangnick die Gruppe J auf Rang zwei und steht im Sechzehntelfinale der FIFA-Weltmeisterschaft 2026. Nach dem Sieg gegen Jordanien, der beherzten Leistung gegen Weltmeister Argentinien und einem der verrücktesten Gruppenspiele dieses Turniers lebt der rot-weiß-rote Traum weiter. Auf ins Sechzehntelfinale!
